Blogeintrag März 2018

von Anna Wolf

Warum externe Evaluation fördern?

Im NGO-Bereich kommt es selten vor, dass Projekte von einer unabhängigen Stelle evaluiert werden. Das liegt häufig daran, dass Förderer von Projekten keine Mittel für die externe Evaluierung bereitstellen. Dabei lohnt sich die Investition sowohl für den Empfänger also auch für den Förderer. Dazu möchten wir ein Beispiel aus unserer Beratungspraxis vorstellen.

 

Die Mondelēz International Foundation, die Stiftung des Lebensmittelunternehmens Mondelēz, förderte die gemeinnützige Organisation „Klasse2000 - Stark und gesund in der Grundschule“ von 2012 bis 2016 mit insgesamt 1,1 Mio. Euro. Klasse2000 ist ein Programm zur Gesundheitsförderung und Prävention, das seit 1991 an Grundschulen in ganz Deutschland läuft. Mit den Mitteln konnten 900 Grundschulklassen hauptsächlich in Ostdeutschland und an den Mondelēz-Standorten vier Jahre lang am Gesundheitsprogramm von Klasse2000 teilnehmen. Wir haben die Partnerschaft der beiden Organisationen dabei fachlich begleitet.

Ein Meilenstein der Zusammenarbeit war die externe wissenschaftliche Evaluierung des Gesundheitsprogramms von 2013 bis 2015 durch die Universität Bielefeld. Weil die Mondelēz International Foundation die Wirkung des Programms dokumentieren und es gemeinsam mit Klasse2000 weiterentwickeln wollte, übernahm sie die vollen Kosten für die Erhebung. Die Stiftung wollte bei ihrer Entscheidung zur weiteren Förderung neben anderen Überlegungen auch die Ergebnisse der Studie miteinbeziehen.“ Klasse2000 hingegen wollte herausfinden, ob und wie das Programm das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Kinder tatsächlich positiv beeinflusst.

2017 wurden die Ergebnisse der Evaluierung veröffentlicht[1] , die belegen, dass das Programm positiv auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Kinder wirkt. Klasse2000 konnte also seine Wirkung belegen und die Daten nutzen, um das Programm zu optieren. Als Nebeneffekt erhielt das Programm nach der Veröffentlichung der Evaluierung die beste Wertung auf der „Grünen Listen Prävention“, eine Datenbank empfohlener Präventionsprogramme.

Die Mondelēz International Foundation nutze die Ergebnisse, um daraus ein auf fünf Indikatoren basierendes Berichtswesen zur nachhaltigen Arbeit von Programmen der Gesundheitsbildung zu entwickeln. Dieses Berichtswesen nutzen nun die von der Stiftung geförderten Gesundheitsprogramme in mehr als 15 Ländern. Beide Partner haben also stark von der Evaluierung profitiert.

Nicht verschweigen möchten wir, dass das gegenseitige Vertrauen der Partner zueinander und eine offenen Kommunikation miteinander Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Durchführung der Evaluierung war. Wichtig ebenfalls war, dass die Evaluierung auf wissenschaftlichen Standards basierte. Und nicht zuletzt war unsere externe Moderation und fachliche Begleitung sehr sinnvoll. Wir konnten als unabhängige Instanz zwischen den unterschiedlichen Kulturen der Organisationen und vermitteln und Übersetzungsarbeit leisten.

Wir hoffen, dass dieses Beispiel weitere Förderer dazu ermutigt, Mittel für die externe Evaluierung ihrer Förderprojekte bereitzustellen.

Kontakt für Fragen und Kommentare: Anna Wolf

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