Die richtige Aufstellung für Corporate Volunteering

Einsichten aus den DAX30

Die Rolle von Unternehmen in unserer Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Nicht zuletzt durch die von den Vereinten Nationen formulierten Ziele für nachhaltige Entwicklung – den Sustainable Development Goals (SDG) – oder die EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung sind die Nachhaltigkeitsbestrebungen von Unternehmen strategischer und ambitionierter geworden. Es geht nicht mehr um die Frage, ob Unternehmen eine Verantwortung über die Profitmaximierung hinaus übernehmen sollen, sondern darum wie sie am besten zur Gesellschaft und zur allgemeinen nachhaltigen Entwicklung beitragen können. In einigen Beiträgen werden Unternehmen sogar als die neuen „Agents of Global Justice“ (Wettstein 2009) bezeichnet, was die hohen Erwartungen, die an sie gestellt werden, gut veranschaulicht.

Das ehrenamtliche Engagement von Mitarbeitern als Teil der Corporate Citizenship Strategie stellt im Rahmen dieser Entwicklung unfraglich ein Trendthema dar. Insbesondere das sogenannte „skills-based volunteering“, also eine ehrenamtliche Tätigkeit, bei der die Mitarbeiter Fähigkeiten aus ihrem Berufsalltag für einen gemeinnützigen Zweck einsetzen, hat in der jüngeren Vergangenheit eine starke Aufmerksamkeit erfahren und wurde vom Stanford Social Innovation Review kürzlich als „The New Executive Training Ground“ beschrieben.

In diesem Bericht werfen wir einen Blick auf das Corporate Volunteering in den DAX30 Unternehmen. Unsere Ergebnisse reihen sich in eine Folge von kürzlich erschienenen Publikationen zum gleichen Thema ein (siehe z.B. UPJ 2018 und Stifterverband 2018), die den aktuellen Status quo von Corporate Volunteering in Deutschland aufzeigen. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Studien möchten wir tiefer gehen, indem wir

  1. detaillierte Einsichten aus Gesprächen mit 25 der DAX30 Unternehmen präsentieren,
  2. einen trimodalen Ansatz wählen, d.h. neben der Unternehmensperspektive auch insbesondere die Perspektive von Mitarbeitern und gemeinnützigen Organisationen beleuchten und
  3. die aktuellen Entwicklungen in den Unternehmen kritisch hinterfragen und daraus abgeleitete Gedankenanstöße formulieren.

Eine Besonderheit unseres Berichtes ist, dass er das Ergebnis der Zusammenarbeit zweier recht unterschiedlicher Akteure ist – Beyond Philanthropy, einer zertifizierten Benefit Corporation (B-Corp), als Beratung und dem Lehrstuhl für Corporate Social Responsibility der Universität Mannheim als akademische Institution. Trotz der unterschiedlichen Hintergründe haben wir eine sehr ähnliche Perspektive auf die Themen Unternehmensverantwortung im Allgemeinen und Corporate Volunteering im Speziellen. In der Kollaboration haben wir unser Erfahrungswissen aus der Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie unsere methodischen Kenntnisse zusammengebracht, um ein tiefergreifendes Verständnis des Themas Corporate Volunteering zu entwickeln.

Wir hoffen, dass die Ergebnisse dieses Berichtes die Basis für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Trend bilden und eine konstruktive Weiterentwicklung des Themas anstoßen. Dies sehen wir insbesondere als wichtig an, da Unternehmen in unserer Gesellschaft immer häufiger öffentliche Güter bereitstellen, wodurch Fragen nach der Legitimität solcher Aktivitäten aufkommen. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen, nicht nur im Bereich ökologischer Nachhaltigkeit, sondern auch hinsichtlich des Zusammenhalts unserer Gesellschaft, ist es wichtig, dass das Engagement von Unternehmen sein volles Potenzial entfaltet, sich seiner politischen Dimension bewusst wird und die Präferenzen der Stakeholder ausgewogen widerspiegelt.

 

Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons
Lehrstuhlinhaberin
Lehrstuhl für Corporate Social Responsibility
Universität Mannheim

Michael Alberg-Seberich
Geschäftsführer
Beyond Philanthropy

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die diese Studie möglich gemacht haben:

  • Bei Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons und Michael Verbücheln vom Lehrstuhl für Corporate Social Responsibility der Universität Mannheim für die gute und inhaltlich sehr spannende Zusammenarbeit.
  • Bei allen Mitarbeitern, die an unserer schriftlichen Befragung teilgenommen haben, die gemeinnützigen Organisationen, die sich die Zeit für Gespräche genommen haben und die 25 DAX30 Unternehmen, deren Vertreter für ein ausführliches Interview zur Verfügung gestanden haben.
  • Bei Annabelle Soeffing, die mit Ihrer Arbeit die Sicht auf die gemeinnützigen Organisationen ermöglicht hat.
  • Bei der European Venture Philanthropy Association (EVPA) sowie Ziviz im Stifterverband, die uns bei der Entstehung der Studie als Unterstützer zur Verfügung gestanden haben.

Vielen Dank für Ihre Zeit, das uns entgegengebrachte Vertrauen sowie den wertvollen Input, der die Grundlage für diese Untersuchung gebildet hat.

Kontakt

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